Mittwoch, 16. September 2015

[Review] Attic Fowler - City Hall

 Auch wenn City Hall bereits im April diesen Jahres veröffentlicht wurde, packte mich diese LP erst in den letzten 2 Wochen. Was dieses Album ausmacht, erfahrt ihr in der folgenden Review.

Genre: Psychedelic Pop, Dreampop, Folk, Indierock
Releasedatum: 15.04.2015
Für Hörer von: Real Estate, Moth Effect, Gilligan Smiles, Ducktails, The War on Drugs, Yo La Tengo, The Stone Roses



Hinter dem zunächst leicht ominös erklingendem Namen Attic Fowler steckt der Gitarrist Chris Rutledge aus Milwaukee. Das Ganze ist ein Soloprojekt und City Hall ist die bereits zweite veröffentlichte LP.  Erschienen sind seine LPs bei den, auf Psychedelic Pop und Rock ausgerichteten, Fallbreak Records.  Dies ist ein Athener Indie Label, welches sich interessanterweise vorrangig auf das Veröffentlichen von Kassetten spezialisiert hat (City Hall lässt sich aber auch auf CD erwerben).

Auf City Hall bin ich durch Zufall gestoßen: Irgendwann vor Monaten hatte ich ich den zunächst unscheinbar anmutenden Song Bradford Beach in eine Soundcloudplaylist gepackt und angefixt dadurch, führte mich der Weg zu Attic Fowlers Bandcamp Account.

City Hall enthält 12 Songs, die in radiofreundlicher Länge von 2:45 bis 5 Minuten erklingen . Eingeleitet wird die LP durch ein Intro, welches den Hörer quasi an der Hand nimmt. Daraus entspringt ein Spaziergang durchs musikalische Idyll, sich aufzeigend in einer Leichtigkeit, die jedoch auf tieferen und fast melancholisch erklingenden Polstern gebettet ist.
Musikalisch bewegt sich das Album irgendwo zwischen Folk, Indierock und Psychedelic-Pop. Der Sound ist ein Konglomerat aus überlagerten Gitarren, einem mit Reverbeffekten bestücktem tiefen Gesang, welcher unklar wie aus einer Nebelwand von irgendwo her ertönt und den sehr atmosphärischen und warmen Synth-Melodien. Große musikalische Experimente bietet die LP nicht.

Mein Favorit des Albums ist Bradford Beach: Eine schwelgerische Ballade, die wie eine Verabschiedung mit dem Sommer erklingt. Der Strand von Bradford erscheint noch einmal vergilbt und unscharf als Polaroid-Aufnahme im Gedächtnis des Hörers. Erinnerungen, Gefühle, Bilder vergehen.  Hier und da ertönt ein Piano, doch die Reise geht weiter, denn die Zeit verlangt es so...

"Time could be a friend for you
I’m gonna get it, I’m gonna need it
Time could run away from you
I’m gonna need it, I’m gonna need it"

Auch in den Songs My Mtn House, Shadowing  City Islands und The Theater sind immer wieder Orte herauszulesen, die wie ein fester Punkt in der Mitte erscheinen. Eine vorstellbare Angabe, um welche sich der poetische Sound außenrum anlagern kann. Vielleicht sind es konkrete Orte, vielleicht aber auch einfach nur Orte die irgendwo so oder in ähnlicher Weise irgendwo auf der Welt zu finden sind und deshalb den Hörer dazu verleiten einen Moment länger seine Aufmerksamkeit zu fixieren, da plötzlich bei ihm selbst irgendwelche Erinnerungen aufkommen zu scheinen.

Songs wie  Quit Smoking oder Tieppertien hingegen sind wieder allgemeiner und humoristischer gehalten und vervollständigen die LP quasi somit.

Fazit:
City Hall erklingt wie ein sehr persönliches Album, bestückt mit Erinnerungen, die musikalisch irgendwie nebelig und weit weg liegend dargestellt werden. Es kommen Themen auf, die natürlich schon in vielen anderen Songs anderer Bands und Künstler behandelt wurden, aber darum geht es hier nicht.

Was das Album ausmacht ist die träumerische Tiefe, welche niemals komplett in schwermütige Melancholie einbricht. Es schwingt vor sich hin wie ein emotionales Understatement von Erlebnissen und Gefühlen irgendwo unschlüssig zwischen Sommer und Herbst.
So sehr der September mit seinem windigen und teils regnerischem Wetter der Vorbote des Herbstes ist, erlaubt er doch noch ein paar sonnige Momente. Genau das ist es wohl letztendlich auch, was mich daran reizte diese LP gerade zum jetzigen Zeitpunkt so gerne zu hören....

 

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